Donnerstag, 20. Mai 2010

Hallihallo

Ich weiss, ich weiss, es ist schon wieder viel zu lange her, seit ich das letzte Mal von mir hab hoeren lassen. Ich bin im Moment einfach sehr beschaeftigt.
Morgens arbeite ich nun immer von 8.00 bis 13.00 im Kindergarten, dann gebe ich montags und mittwochs am Abend Englischunterricht fuer Erwachsene und dienstags und donnterstags am Nachmittag 'Privatunterricht' fuer einen Freund vom 'Projects Abroad' Chef.
Und wenn ich gerade nicht arbeite, bereite ich die Stunden fuer den Chindzgi vor, da die kinder sonst ueberhaupt nichts machen wuerden, weil die Lehrerin total faul ist und sich kaum fuer die suessen Knirpse interessiert...
Schon am ersten Arbeitstag wurde ich ziemlich ueberrumpelt. Ich stellte mir vor, erst einmal einen Morgen ein wenig zuzuschauen wie es m Kindergarten so ablaeuft.
Schon nach einer halben Stunde meinte die Lehrerin aber; So, ich bin muede, was machst du jetzt mit den Kindern?!
Ehm hm ja, gute Frage; was macht man mit einer HOrde 3 bis4 Jaehriger, di nur Wolof sprechen, kaum einen Farbstift in der Hand halten koennen, geschweige denn eine schere oder einen Leimstift und sich Spielzeug lieber in den Mund oder die Nase stecken als sich damit zu vergnuegen.

... Nq ja, war jetzt vielleicht shcon ein bisschen uebertrieben aber ich war im ersten Moment wirklich etwas ueberfordert.
Was da zu tun ist; se debrouiller!
Sich in den A...llerwertesten klemmen und die Sache selbst in die Hand nehmen.

Also habe ich begonnen meine eigenen Gedichte und Lieder ueber Fruechte und Gemuese zu schreiben. Ich habe im hinterletzten Winkel meines Gehirns Faltanleitungen fuer Flugzeuge und Schiffli ausgegraben, kleine Taenzchen erfunden und mein eigenes Memory und Domino Spiel gebastelt...

...weil ich doch alle diese kleinen feinen Bastelarbeiten so sehr liebe und Zeichnen schon immer mein grosses Hobby war...
(Bemerkung am Rande; Wer die Ironie nicht gespuert hat, sollte im Lexikon nocheinmal unter 'Andrea Brogli' naschlagen. Im Kapitel 'manuelle Faehigkeiten' wird man dort naemlich schlicht 'keine' finden.)

Aber ansonsten macht die Arbeit Spass. Die Kinder wuerde ich natuerlich alle am liebsten gleich mit nachhause nehmen.
Was ich an dieser Stelle noch gestehen muss; ich bin fremdgegangen. Lieber Brayan, es tut mir leid, aber ich habe mich unsterblich verliebt. Mein Herzblatt ist 95cm gross, 2 einhalb Jahre alt und hat einen Hundeblick, der jede Frau zum Schmelzen bringt! Hach, Pape Demba...

Aber genug geschwaermt.

Seit letzter Woche habe ich eine Zimmergenossin. Marion aus Frangreisch. Es ist ganz gut wenn man nach der Arbeit oder vor dem Schlafen jemanden zum Plaudern hat.
Einziger Nachteil; Ich kann nicht mehr verschlafen... so wie heute morgen... da sie weiss, wann ich zur Arbeit gehen sollte. Merde ('dul' in Wolof)
(Un auch hier die Anmerkung der Redaktion fuer Unerfahrene; siehe Lexikon, Andrea Brogli, Maengel und Schwaechen; chronisches Verschlafen!)

Und zum Schluss noch etwas Aufmunterndes; Ihr steht nicht allein im Regen.
Hier in Senegal hat es gestern seit meiner Ankunft zum ersten Mal so richtig geregnet. Also eigentlich nicht so wirklich richtig stark. Eigentlich auch nur kurz. Ok, sagen wir, ich habe ein paar Tropfen gespuert. Wenn ich es mir genau ueberlege koennte es zwar auch ein Vogel gewesen sein, der ueber mir seine Notdurft verichtet hat...

Ok, vielleicht steht ihr doch allein im Regen...
Das mit dem Aufmuntern hat hoffentlich trotzdem geklappt

Also liebe Freunde und Verwandte (und psychopathische Internetfreaks die blogs von wildfremden Leuten lesen (man weiss ja nie))
Ba beneen (=auf wiedersehen)
Inshallah (=wenn Gott so will)

Anta Seye ( siehe Lexikon, Andrea Brogli; 'in Senegal bekannt unter... )
Und fuer die anderen Volounteers bin ich schlicht 'La Suisse' mit verheissungsvollem Unterton. Ja ja, sogar in Senegal habe ich mir schon einen Namen gemacht =)

Also haltet durch, der Fruehling wird kommen und ich bin auch schon bald zuerueck.

Tschuessi